Meine Saison 2015/16

MArkus_kevBevor man sich zweimal umguckt, ist die Saison auch schon wieder vorbei..
Und was war es nun für eine Saison?
Eine Seuchensaison?
Eine Umbruchssaison?
Vielleicht ein bisschen von allem….
Wir standen fast die ganze Saison unten drin. Waren lange Zeit sogar Tabellenletzter und doch hatte ich oft das Gefühl, schon spielerisch schlechtere Saisons bei uns gesehen zu haben, wo wir aber irgendwie dann doch noch besser abgeschlossen haben. (Wenn Du halt Vorne keine Tore schießt….Ihr wisst Bescheid)

Die Demission von Rick diese Saison war sicherlich überfällig und kam (meiner Meinung nach) deutlich zu spät. Aber hier mag jeder seine eigene Meinung zu haben und ich denke die Argumente für und wider sind oft genug ausgetauscht worden.

Mit Franz Fritzmeier haben wir einen neuen Trainer bekommen, der im Prinzip für das steht, was sich viele in Krefeld immer gewünscht haben: Einen Coach, der ein anerkannter Fachmann für Nachwuchsarbeit ist und ein Händchen für deutsche Nachwuchsspieler hat.
Es hat lange gebraucht, bis die Mannschaft sein System und seine Ansprüche umsetzen konnte, aber der Schlussspurt im Saisonfinale hat doch für so einiges entschädigt.

Ich bin nicht der große Fachmann, aber zum Saisonende fand ich die Mannschaft austrainiert, konditionell auf der Höhe und in ihrer Spielweise konnte man Fritzmeier erkennen.
Will sagen: Es sah nach einem System aus…

Aber was hilft’s : Vorletzter und aus die Maus.

Wie geht’s es jetzt weiter?

Ich denke der grundsätzliche Weg ist vorgezeichnet, sonst hätte man nicht Fritzmeier geholt, sondern jemand anderen.
Wie ich gerne sage: „ Sei vorsichtig, was du dir wünscht, du könntest es bekommen“.
Viele in Krefeld haben über Jahre nach einer besseren Integration der Nachwuchsspieler gerufen und dem Verein angekreidet zu wenig dafür zu tun.
Ich bin gespannt, ob die alle bei ihrer Meinung bleiben, wenn wir mit einem jungen Team vielleicht nicht wirklich weiter oben mitspielen können oder ob dann die nächste Parole gerufen wird.

Ich für meinen Teil und hier denke ich auch, dass ich für viele andere Eishockeyenthusiasten spreche, freue mich darauf! Wenn man sieht, welch tolle Arbeit der KEV81 macht, dann weiß man, wo unsere Wurzeln liegen!

Ich mache mir nur ein bisschen Sorgen, ob der Rest von Krefeld da auch begeistert mitgeht. Wir haben in Krefeld doch einen recht hohen Anteil an Eishockeyfreunden, die eher nur dann ins Stadion kommen, wenn es gut läuft…
Wie immer geht es bei uns eben um das liebe Geld, welches wie immer knapp ist!

Aber ich bin positiver Dinge!

Ich glaube auch nicht, dass die (doch eher kleinere) Preiserhöhung wirklich Zuschauer kosten wird. Dafür war die Erhöhung meiner Ansicht nach moderat genug.

Auch das Schreckgespenst Telekom sehe ich nicht:
Jahrelang wollen wir mehr Hockey im Fernsehen und jetzt kriegen wir es und plötzlich soll das uns die Zuschauer wegziehen? Die nächsten Spielzeiten werden es zeigen, aber ich glaube das nicht. Im Gegenteil: Mediale Präsenz kann dafür sorgen, dass der eine oder andere nach drei oder vier Fernsehspielen sagen wird: Jetzt will ich das auch mal live erleben.
Ansonsten müsste ja beim Fußball jedes Stadion leer sein…

Ein Wort, da die neue Mannschaft noch nicht feststeht, zum Thema Tomas Duba: Ja, ich möchte ihn auch gerne halten, ja ich denke er passt menschlich und spielerisch wirklich gut zu uns, aber macht doch bitte nicht so einen Weltuntergangshype! Die Krefeld Pinguine sind ein Team und nicht nur eine Person. Es gab tolle Goalies vor Tomas und im Zweifelsfall wird es auch gute nach ihm geben. (Wenn ich ihn auch gerne behalten würde)

So wie sich viel auf dem Eis geändert hat, so hat sich auch in der Geschäftsstelle so einiges geändert und neues Personal bringt frischen Wind und neue Ideen nach Krefeld.
An einigen Stellen kann man die Ergebnisse dieses Wechsels auch schon deutlich erkennen, aber sicherlich gibt es hier noch so einiges aufzuholen.

In erster Line hoffe ich darauf, dass der Dialog mit den Fans wieder intensiver wird. Denn letztlich geht es uns allen ja um dieselbe Sache und dann sollten wir die Reihen auch schließen und nicht , wie in der Vergangenheit so oft, eher gegeneinander arbeiten.

Also erübrigt sich die Frage, ob ich nächste Saison wieder da bin! Natürlich! Ich werde wie immer schön oben im Block 202 hocken und ein Auge auf Euch alle haben :D

Macht’s gut bis dahin Ihr Eishockeybekloppten!

Tabellenletzter…..na und?!

MArkus_kevDa sind wir nun also schon seit einiger Zeit Tabellenletzter und verlieren Spiel um Spiel.
Aber was soll ich sagen: Was soll’s!
Es gibt eben solche Zeiten und da muss man dann durch.

Warum es nun ist wie ist?
Dazu gibt es fast soviele Meinungen wie es Fans gibt und jeder glaubt die Weisheit mit Löffeln gefressen zu haben.
Auch da kann man nichts machen: In jedem Hockeyfan schlummert eben ein kleiner Headcoach…

Ich selbst will hier auch keine komplizierten Analysen dazu abgeben. Es gibt im KEV-Fan-Forum ellenlange Threads darüber, wo sich Hinz und Kunz gegenseitig klarmachen, dass sie doch keine Ahnung haben und mit vermeintlichen Wahrheiten nur so um sich schmeißen.

Ich bin ein einfacher Mensch und deshalb ist meine Analyse der letzten Jahre auch recht einfach:
Wir waren immer gut, wenn wir entweder eine starke mannschaftliche Geschlossenheit hatten oder beim Einkauf der Kontingentspieler ein glückliches Händchen hatten. Wenn beides zusammengekommen ist, waren wir sogar überragend.
Jetzt haben wir aber kein Team mehr auf dem Eis stehen und unsere Kontingentspieler spielen überwiegend nicht auf DEL-Niveau.

Deshalb stehen wir da, wo wir stehen und das mit Recht!

Der Trainer ist nunmal die ärmste Sau in dem Spiel und deshalb kann er mit dem hinterlassenen Trümmerhaufen auch nicht viel mehr machen, als sie zumindest konditionstechnisch auf den Stand einer DEL-Mannschaft bringen.

Logisch hat mir Rick leidgetan, als er nach 6 Jahren einen recht unwürdigen Abgang bekommen hat. Aber mal ehrlich: Das ist Profisport und er hätte die Mechanismen kennen sollen. Zumal er schon länger hätte erkennen müssen, dass er keinen Zugriff mehr auf die Mannschaft hat (Aus welchen Gründen auch immer…)
Ich mochte Rick (und Melanie) immer sehr gern. Menschlich finde ich beide super sympathisch und erinnere mich gerne an so manchen Abend beim Sergio mit Pizza, Bier und Rotwein oder auch im Chocolate Fish bei Cocktail und Co.
Als Trainer war ich hingegen nie sein Fan, weil ich seine Spielphilosophie (gab es eine?) nie erkennen konnte.

Aber im Gegensatz zu manch anderem Schlaumeier habe ich immer gesagt: „Wir stehen gut da in der Tabelle, auch wenn ich andere Gründe dafür anführen würde, also hat der Trainer und seine Befürworter recht und ich unrecht“

Und diese Einstellung wünsche ich mir auch von anderen Hockeybegeisterten:
Lernt mal ein bisschen Diskussionskultur und nehmt Euch und Eure Meinung nicht immer so furchtbar wichtig!
Es ist gut anderer Meinung zu sein!
Es ist gut sich richtig zu streiten!
Schließlich ist uns Hockey ja eine Herzensangelegenheit.
Aber hört auf andersdenkende als Ahnungslos, dumm oder als keine echten Fans zu titulieren.

Das steht Euch nicht zu!

Wie soll’s nun weiter gehen?
Nun, ich persönlich habe die sportliche Saison abgehakt und hoffe, man gibt dem Trainer die Chance etwas nach seinen Vorstellungen aufzubauen. Ich finde es ein gutes Zeichen, dass anscheinend Klöpper und Orendorz zurückkommen:
Wir wollten doch immer eine junge Mannschaft mit einem Trainer, der junge Talente aufbauen und fördern kann. (Etwas, dass Rick leider überhaupt nicht lag).
Jetzt haben wir es und ich würde sagen: Lasst es uns probieren!
Zumal ich nicht sehen kann, wo Geld für richtig gute Kontingentspieler her kommen sollte.

Ich würde gerne eine hungrige junge deutsche Mannschaft auf dem Eis sehen, auch wenn das bedeutet, dass wir nicht oben mitspielen können.
Aber wenn das deutsche Eishockey sich entwickeln soll, dann muss es ohnehin in diese Richtung gehen und nicht in die Iserlohner Ausprägung.

Sorgen mache ich mir nur um den Verein:
Haben wir genug Geld, um ein solches Seuchenjahr zu überstehen? Es ist eben bei uns die ewige Unbekannte: Das liebe Geld…

Ansonsten werde ich weiter zum Hockey latschen, losgelöst vom Tabellenplatz und wenn es ganz hart kommen sollte, gehe ich eben in die Rheinlandhalle zur DNL oder Oberliga.

Weil mir Hockey am Herzen liegt!
Weil ich neben dem Sport dort viele nette Leute treffe (mit denen sich manchmal auch vortrefflich streiten lässt).

Weil ich eben Eishockeybekloppt bin!!

Die Bilder im Kopf

eiffelturmSicherlich hat dieser Tage jeder so seine eigenen Bilder und Gedanken im Kopf, wenn er an Paris und die Terroranschläge denkt.
Jeder hat so seine eigene Meinung, was wir jetzt tun sollten und was nicht.

Mir sind zwei Bilder bzw. ein Bild und ein Video besonders hängen geblieben:

Das eine zeigt einen jungen Mann, gutaussehend, aus vollem Herzen lachend, winkend, mit fröhlichen Augen. Er wirkt rundum glücklich und ausgelassen, so dass ich dachte: Der könnte auch beim Eishockey neben Dir stehen und wir würden zusammen ein Bier trinken und zusammen richtig abfeiern.
Leider steht er oben auf einem Panzer, hat rechts eine Kalaschnikow in der Hand und links eine Fahne vom IS.
Der Artikel unter dem Bild beschreibt ihn als eine wichtige Figur im IS, verantwortlich für grausame Gräuelakte.
Wieder frage ich mich, wie kann es dahin kommen, dass jemand ganz offensichtlich so ausgelassen und rundum fröhlich ist, so ein Monster sein kann..

Wohl, weil er kein Monster ist, sondern ein Mensch.

Er ist ein indoktrinierter und konditionierter Mensch, der zutiefst von der Richtigkeit seines Handelns überzeugt  ist.
Es ist das gleiche Prinzip, das man auch bei Aufsehern  in Auschwitz und anderen Terroristen festgestellt hat.
Die Indoktrinierung bewirkt eine komplette Entmenschlichung der Feinde oder der vermeidlichen Feinde.
Also uns.
Indem man ihnen beibringt, dass wir keine Menschen sind, sondern irgendetwas anderes, kann man uns töten und massakrieren ohne jede Gewissenbisse und trotzdem weinen, wenn der “Waffenbruder” getötet wird. (wer hat schon Gewissenbisse eine Mücke oder anderes Ungeziefer zu töten…)
Dieses Phänomen ist recht gut untersucht und findet sich wie gesagt, von Ausschwitz bis heute immer wieder.

Und deshalb, kann er lachen und fröhlich sein: Er ist ein Mensch und tut nichts falsches, sondern nur richtiges und wird seinen Lohn  dafür erhalten glaubt er….

Für mich ist es wichtig sich das vor Augen zu halten!
Es sind keine Monster, die uns töten wollen, sondern Menschen, deren moralische Denkstruktur komplett umgedreht, zerstört wurde.
Es gibt keine Gemeinsamkeit mehr im Denken zwischen ihnen und uns. Es gibt keine Kategorie der Moral oder Logik, mit der wir sie erreichen könnten…

Das Zweite, was hängen geblieben ist, ist dieses Video.
Schaut es Euch an. Ich denke das englisch in den Untertiteln kann jeder verstehen.

http://www.spiegel.de/panorama/terroranschlaege-in-paris-interview-mit-vater-und-sohn-a-1063198.html

Zuerst denkt man ja spontan: Ganz süß, aber was ein Hippie-Scheiß oder?
Was sollen Blumen schon gegen Pistolen ausrichten…

Aber ich habe es für mich anders gedeutet:
Dieser Vater erklärt seinem Sohn, dass es die Blumen sind, die am Ende gewinnen werden. Das es die Blumen sind, die unser Leben erst schön machen.

Und diese Blumen sind für mich ein Bild für unsere Freiheit:
Unsere Freiheit zu glauben oder nichtglauben, was wir wollen.
Die Freiheit einen Gott zu haben, die Freiheit 20 Götter zu haben oder eben auch keinen.
Zu lieben, wen wir wollen.
Zu sagen und zu denken, was wir wollen.
Sie sind schlicht das Bild für eine freie säkulare Welt.

Und er sagt seinem Sohn, dass diese Welt die lebenswertere ist und am Ende gewinnen wird.
Ich finde, wenn man es so sieht, nicht nur rührend sondern bewegend!

Bleibt die Frage: Wie wehren wir uns?

Ich habe keine Antwort.
Ich glaube nur, dass noch mehr Krieg und Gewalt uns letztlich nicht helfen wird.
Die USA versucht seit 9/11 den Terror wegzubomben und es funktioniert nicht. Er gebiert immer wieder neue Köpfe einer Hydra gleich..
Persönlich glaube ich, dass man die Lehrer, die Indoktrinierer finden und ausschalten  muss. Die, die aus jungen Männern Tötungsmaschinen machen. Aus Deutschland ist nach dem dritten Reich auch eine zivilisierte Gesellschaft geworden, nachdem die Nazi-Propagandisten weg waren und die schlimmsten Verführer aufgehängt waren.

Darf man sie töten? Soll man sie töten?
Wenn wir sie nicht fangen können, dann glaube ich schon.
(An sich schon eine entsetzliche Denkweise…)

Und wir müssen die Potentiale entschärfen:
Aus sozialer Ungerechtigkeit, Not und Ausgrenzung ist schon immer nur Gewalt hervorgegangen.
Diese Potentiale zu beseitigen ist wohl die schwierigste und langwierigste Aufgabe.
Aber wenn wir diese Aufgabe nicht lösen, werden wir das Problem nie beseitigen können!

Aber wie finden wir die Indoktrinierer  und die Gewaltbereiten?
Ich kann mir nichts anderes Vorstellen, als Geheimdienstarbeit und Überwachungsmethoden:
Waffen kosten Geld und Geldflüsse kann man nachvollziehen.
Koordinierte Anschläge erfordern Abstimmung und Kommunikation lässt sich überwachen und auswerten.
Es lassen sich Muster finden, die Handlungsoptionen bieten.

Dabei drängt sich mir aber recht schnell ein Zitat von Benjamin Franklin auf:

Wer die Freiheit aufgibt um Sicherheit zu gewinnen, der wird am Ende beides verlieren.

Wie viel unserer Freiheit sollen wir, müssen wir aufgeben, um uns wehren zu können??
Wann lassen wir selbst die Blumen, um im Bild zu bleiben, verdorren?

Auch dafür habe ich keine Antwort für mich bisher gefunden.
Nur in einem bin ich mir sicher:
Wir dürfen niemandem folgen, der einfache Lösungen anbietet!
Diese einfachen Lösungen haben eines gemeinsam:
Sie folgen dem Gedankenmuster des Jungen Mannes vom ersten Bild und sorgen dafür, dass wir die Blumen aus dem zweiten Bild damit selber abschneiden!

Es bleibt schwierig!