Jan 28 2010
Kurzentschlossen
Kennt Ihr diese Momente, in denen man eine Entscheidung innerhalb von wenigen Momenten trifft und sofort weiß: das ist genau richtig?
Genau so erging es mir die Tage: Ich folgte so dem Geschehen in meiner Timeline, die sich gerade überschlug, da Apple den iPad an diesem Tag vorgestellt hatte und stellte fest, dass nicht ein einziger Tweet sich mit dem 65 Jahrestag der Befreiung des Konzentrationslager Auschwitz durch die Rote Armee befasste. Das habe ich dann mal in die Runde geschrieben und bekam reichlich Antwort. Leider nicht so, wie ich sie erwartet hätte. Aber nun gut, es ist das schöne an einem freien Land, dass eben jeder seiner Meinung haben darf.
Nur irgendwas hat das mit einem mal ins Rollen gebracht, dass ich mir dachte: Eigentlich gefällt mir diese Twitterei soo nicht: da folgen Dir 530 Leute und Du kommunizierst immer nur mit einer Handvoll davon. Und dann und wann kommen aus dem dunklen unbekannten der Gefolgschaft Tweets, die Dich schaudern lassen! Wer ist diese schweigende Masse die da sonst noch mitliest?
So war das eine der Auslöser, aber dann kommt eben ein Gedanke zum Anderen und am Ende stand die Erkenntnis: so will ich das eigentlich nicht!
Ich weiß noch, als ich mit Twitter angefangen hab: 50 Follower, 100 Follower 200 Follower, man das war ja das Größte: Die wollen alle lesen was ich so von mir gebe. Wahnsinn! Und dann, wenn einem so ein Follower-Ungeheuer mit tausend oder mehr Follower gefolgt ist, cool! Jetzt ist man dick drin in der 2.0 Welt.
Eigentlich bin ich aber kein 2.0 Typ
Ich habe Twitter schnell für mich als Instant Messenager umgebaut und benutze es heute noch überwiegend so. Dieses Ich-setze-eine-Statusmeldung-in-die-Welt-ab und das war’s, ist einfach nicht mein Ding! Sollen die echten Geeks es so machen. Ich habe mir in dieser 2.0 Welt sehr schnell 1.0 Verhältnisse geschaffen, wie ich erkennen musste: Soziale Kontakte eben. Und Kontakte beruhen meiner Ansicht nach auf Interaktion, also chatte ich mit den Leuten, guck ihre Bilder an, Lese ihre Blogs und nehme also ein bisschen, quasi 1.5 mäßig an ihrem Leben teil und manche treffe ich und mache sie zu Bekannten, potentiellen Freunden.
Und das gefällt mir!
So wusste ich also binnen Minuten, dass ich keine unbekannte Masse an Leuten mehr haben wollte, die an meinen Sprüchen teilnehmen, aber nie mit mir zur Interaktion kommen.
Aber wie sollte ich das in die Tat umsetzen?
Ich dachte daran, höflich um Entfolgung zu bitten? Aber zum einen wäre das eine Mörderarbeit gewesen und zum anderen wären sicherlich nicht alle gegangen und ich wollte in keinem Fall jemanden blocken. Das war das einzige, was von Anfang an klar war: Ich fange nicht an die Leute wegzublocken, denn schließlich habe ich sie ja vorher eingeladen mir zu folgen und da kann ich sie nicht plötzlich wegblocken! Da wär ich mir zu bescheuert vorgekommen.
Also habe ich mir einen neuen Account angelegt, von der ersten Minute an protected und angefangen Euch ein Stück weit rüber zu ziehen.
Ich hoffe, ich habe keinen übersehen, aber selbst wenn: Irgendwann fällt ’s mir schon auf.
Allen die schon rüber gesprungen sind, sage ich ein dickes DANKE, dass Ihr den ganzen Palaver fast meckerfrei mitgemacht habt, denen die noch nicht rüber gemacht haben sage ich, dass ich mich sehr freuen würde, wenn Ihr kommen würdet!
Den vielen unbekannten Followern sage ich: Danke dass Ihr mich in irgend einer Art interessant fandet! Macht’s gut!


