Ein Tablet hält Einzug

Motorola Xoom Tablet

Ich muss gestehen, als Apple™ vor einiger Zeit das iPad herausbrachte, habe ich schon laut gelacht: Was soll man wohl mit einem vergrößerten iPhone anfangen? Wo sollte der Nährwert liegen?

Ich habe mich zu Beginn überhaupt nicht mit Tablets beschäftigt. Ich hielt sie schlicht für überflüssig oder beruflich gesehen, für Managementspielzeug.

Als der Hype anhielt und sogar  größer wurde, bin ich dann doch neugierig geworden. Als ich dann zum ersten Mal eines in der Hand hatte und eine Stunde damit herumgespielt hatte, war mir klar: Das hat Potential! Das ist richtig cool!

Also ging es darum, welches kommt mir ins Haus? Das es kein iPad werden würde, war von Beginn  an klar, da ich mir keine Apple Produkte mehr ins Haus hole, solange sie nicht ihre rigide Bindung an ihre eigenen proprietären Produkte aufheben. Leider gibt es noch keine echte iPod Alternative, denn dann wäre der auch weg.

Eine Zeitlang habe ich mit dem Gedanken gespielt mir ein Windows Tablet zuzulegen, da mir ein Tablet mit Windows als das von seinen Möglichkeiten her, am breitesten aufgestellte erschien. Was mich letztlich davon abhielt, war der fehlende Glaube, dass ein Windows getriebene Tablet ähnlich schnell startet und reagiert, wie zum Beispiel seine Android Kollegen. 

Also war für mich ziemlich schnell klar, dass es ein Android Tablet werden sollte, zumal ich mit meinem Android Handy extrem zufrieden bin. Zum Zeitpunkt der Entscheidung war noch kein Tablet mit der neuen, auf Tablets optimierten, Version von Android (Honeycomp, Android 3.0) verfügbar, also musste ich ein wenig warten.

T-Mobile war dann der erste Anbieter mit einem solchen Tablet, dem Motorola Xoom.
Nun sagt man ja eigentlich, man solle sich hüten, ein early adopter zu sein, also jemand, der etwas ganz neues, unerprobtes kauft, aber was soll’s: ich war schon immer early adopter, wenn es um neue Technik geht.
Irgendwer muss ja anfangen Smiley

Mittlerweile habe ich das Xoom bereits einige Wochen und es begleitet mich sowohl auf meinem täglichen Arbeitsweg, als auch zu Hause auf dem Sofa.
Es ist auf dem bestem Weg, den PC und den Laptop fast komplett abzulösen. Sicherlich gibt es Dinge, die ich nicht auf dem Tablet probieren würde, weil man einfach Maus und Tastatur und den großen Bildschirm dazu braucht, aber so gut wie alle alltäglichen Dinge, tue ich ausschließlich mit dem Tablet.Motorola Xoom Tablet mit Case
Surfen versteht sich von selbst, auch Twitter und Facebook finden fast ausschließlich auf dem Tablet statt. Neben zwei privaten Mail Accounts habe ich auch meinen beruflichen Exchange Account auf dem Tablet laufen, weniger wegen der Mails, als viel mehr, damit ich nur einen Kalender und einmal Kontakte zentral habe und nur einmal pflegen muss.
Ansonsten habe ich alle üblichen Apps laufen: einfache Fotobearbeitung, Zug-App, Wetter, Foursquare und und und und…. Man kennt das ja: es sammelt sich so einiges an.

Und ich muss sagen: Ich bin mehr als zufrieden. Ich bin begeistert. Dafür dass es die erste Version von Android 3.0 ist, noch keine Updates oder Patches herausgegeben wurden sind, läuft es wunderbar rund und flüssig. Die Bedienung verlang ein klein bisschen Umstellung, wenn man von Android 2.2 kommt, aber das geht ruck-zuck. Die Bedienung ist intuitiv und alles läuft extrem flüssig. Was sicherlich auch daher kommt, dass im inneren richtig Power zu finden ist. (den Link zu den technische Daten habe ich Euch unten bereitgestellt).
Ich habe es bisher einmal geschafft, es abstürzen zu lassen, was aber möglicherweise daran liegt, dass ich auch Anwendungen aus nicht autorisierten Quellen und Beta-Versionen installiere. Etwas, dass nebenbei bemerkt, mir von Apple ohne Jailbreak bis heute verwehrt wird!

Es ist etwas schwerer und dicker als das iPad, aber wenn man für sich die richtigen Positionen gefunden hat, kann man es sehr gut damit aushalten. Es ist griffig und ich kann es auch länger in  Händen halten, ohne dass mir diese abfallen.

Im Landscape Format (Quer) kann man sogar, nach ein bisschen Eingewöhnung, ohne Probleme lange Texte auf der Tastatur in der  10-Finger Technik schreiben. Ich selbst habe damit schon mehrseitige Worddokumente geschrieben, ohne dass es mir schwer gefallen wäre.

Für mich ohnehin die vielleicht größte Überraschung: Die Entwicklung, die das Handybetriebssystem genommen hat. War es ursprünglich für Handys gedacht, ist es eigentlich längst ein ausgewachsenes Betriebssystem. Zusammen mit Applikationen wie Quickoffice kann ich ohne Probleme Word oder Excel Dokumente erstellen, kann Power Point Präsentationen sehen und editieren, kann über VNC meinen Computer fernsteuern und in Verbindung mit Cloud Anbietern (z.B.: Google, Microsoft oder DropBox) brauche ich auch keine Festplatte mehr, um Dinge zu speichern. Dank 3G und Wlan kann ich jederzeit meine Dateien speichern oder laden, je nach dem, was ich grade brauche und das dank einer 1280 x 800 Pixel Auflösung gestochen scharf.

Nebenbei: Natürlich kann das Tablet Flash Smiley

Motorola Xoom TabletWas ich sagen will: Ich teile Steve Jobs Ansicht, dass der PC zu Hause ein Auslaufmodell ist.  Die Tablets mit ihren Möglichkeiten läuten meiner Ansicht nach wirklich seinen Abgang ein.

Mit einem Märchen muss man aber aufräumen und das gilt Stand heute für alle verfügbaren Tablets, sowie für die in näherer Zukunft angekündigten:
Ein Tablet ist kein eBook Reader! Natürlich sind eBook Reader dabei, inklusive Amazon Kindle für Android, aber es liegt hier schlicht an der Technik.
Ich besitze auch einen Amzon Kindle II (ihr erinnert Euch: early adopter..) und würde ihn nicht gegen ein Tablet eintauschen!
Zwar lese ich auch eBooks auf dem Xoom, aber nur während der Heimfahrt für ca. 45 Minuten. Der Unterschied liegt in der verwendeten Technik: Die Tablets haben letztlich einen konventionellen Bildschirm, der, auch wenn man es nicht sieht, flackert und so auf Dauer das Auge ermüdet. Es ist eben ein Computerbildschirm, der leuchtet.
Echte eBook Reader (Kindle, Sony etc) setzen auf die sogenanntes   elektronisches Papier (e-ink) hierbei wird der Bildschirm einmal aufgebaut und “bleibt” dann so. Er leuchtet nicht und ist passiv. Besser kann ich das leider auch nicht erklären, aber wer es genau wissen will, es gibt ja das Internet. Diese Darstellung ist für das Auge nicht anstrengender, als ein normales Buch zu lesen und man kann es für Stunden tun.
Meine Erfahrungen dazu habe ich Euch ja schon mal hier aufgeschrieben, für den Fall dass es jemanden interessiert.

Von vielen Seiten heißt es immer wieder, die Anzahl der Apps im Market für Android 3.0 wäre noch nicht ausreichend, aber da kann ich nur sagen: Nicht die schiere Masse macht es hier aus, sondern die Apps, die man wirklich braucht. Und die sind –für mich- da. Ich brauche keine 500.000 Apps ….
Ich habe alles, was ich brauche, um meinen Alltag zu organisieren und nebenbei auch noch ein paar unvermeidliche Funapps für den kleinen Spaß nebenbei.

Sehr schön finde ich auch, dass beidseitig eine Kamera verbaut ist. Die auf der Rückseite dient als normale Digicam und kann Bilder sowie Videos aufnehmen. Hier ist auch ein kleiner Blitz verbaut. Nicht berauschend, aber es reicht. Auf der Vordderseite ist dann noch eine kleine Kamera mit geringerer Auflösung für Videotelefonie. Finde ich extrem gut, da ich auf Geschäftsreisen per Skype den Kontakt zur Liebsten halte :-)

Nebenbei bemerkt: Filme kann man auf dem Xoom in HD Qualität gucken. Das hat auf Geschäftsreisen auch was.

Das soll es hier erst mal gewesen sein. Mein Fazit ist, dass ich begeistert bin. Das Tablet hat schnell einen festen Platz bei mir eingenommen und verfügt über Technik und Möglichkeiten, die ich toll finde.

Unten findet Ihr noch einen link zu den technische Details, sowie zwei YouTube Videos, die Euch das Tablet und  Android 3.0 (Honeycomb) ganz gut näher bringen!

Euer Feedback würde mich interessieren!

 

Technische Spezifikation: http://www.motorola.com/Consumers/DE-DE/Consumer-Products-and-Services/Android-Tablets/ci.MOTOROLA-XOOM-DE-DE.alt

Hier ein kleines Video welches Euch das Xoom ein bisschen näher bringt

Und hier noch ein kleines Hands-On Video

2 Gedanken zu „Ein Tablet hält Einzug

  1. Hmmm…
    also ich bin ja auch kein Freund von Apple mit dieser "geschlossenen Gesellschaft". Obwohl ich iPhone (Jailbreak) und Mac nutze.
    Ich befürchte das sich die Tablets mit Android nicht so schnell durchsetzen werden beim 0815 User. Die kennen das iPad und kaufen sich dann eines.
    Das ist bei Android wohl so wie früher bei Apple. von wegen es gibt nicht die Apps, sondern es kommt auf die Qualität der Programme an.

    Muss letzten Endes jeder selber wissen. Ich brauche so ein Teil nicht.
    Bin eher der klassische PC User.

  2. Naja, das Du nicht wirklich sprachlos bist weiss ich als Dein braver Follower ja ;)
    Sehr gute Beschreibung und kann ich so nachvollziehen. Gut ich bin als Supporter eh häufig anderer als „ihr“ Programmierer. Zumal ich, der bei einem Apple Reseller schafft, logischerweise mit Applegeräte rundum ausgestattet bin/sein/muss/sollte. Wie sehe das beim Kunden auch aus… Aber so lese ich eine solche Einschätzung gern. Fair, interessant und offen. Respekt! Werde ich so im Kollegenkreis weiterempfehlen das Gerät. Hat mich überzeugt die Argumentation. Okey, Du ahnst es: alles Mac-konvertierte. Ich selber schaffe seit 1991 auf dem Mac und bin jetzt seit 17 Jahren Supporter jenster Geräte (Zertifikate der beiden grossen Marken füllen mein Curriculum). Ja ich bin Supporter auf den beiden Systemen. Also meine Meinung (psssst, nicht dem Cheffe verraten): Das vorgestellte Gerät wird sicherlich schon bald von der Hardware wachsen, Android selber kann durchaus auch mich begeistern. Also ich unterstreiche auch Deine Meinung zur Ausbreitung von Tabletts im allgemeinen. Das wird in vielen Fällen den heimischen Irgendwas-Computer mal ablösen können. Klar wird das dauern, ist die Preisgestaltung noch oft ünerzogen. Aber es wird…
    Selber hab ich das iPhone4 und das iPad Wifi (ohne SIM). Zum unterwegs schreiben ist der Akku so recht langlebig (offline). Und online geh ich mittels „Privater Hotspot“ vom iPhone. Das ist eine Konfiguration die für mich passt. Aber jeder sollte SEINEN eigenen Weg finden und das vorgestellte Xoom ist sicherlich ein guter Weg dazu. Gruss Hans Fröhlich, der natürlich anders heisst ;)

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