20 Jahre nach Rostock-Lichtenhagen (mein Rückblick)

Alle Rassisten sind Arschlöcher...überall

In dieses Tagen kann man viele Berichte und Sendungen zu den Geschehnissen in Rostock-Lichtenhagen sehen und lesen.
Mit diesen Berichten kommt auch bei mir die Erinnerung daran wieder hoch, die Wut und Scham, die ich damals empfand, wenn ich im Fernsehen miterleben durfte, wie der Pöbel seine niedrigsten Instinkte ausleben durfte, ohne dass er daran gehindert wurde.
Ich bin wirklich froh, dass ich keine Einsatztruppen befehligen darf, denn ich hatte damals soviel Wut in mir, ich hätte sie niederschießen lassen. Oder zumindest mit mit einer Hundertschaft berittener Polizisten niederreiten lassen. In jedem Fall hätte ich bedingungslos Gewalt angeordnet, um den Pöbel zu zerstreuen.
Auch heute halte ich den Einsatz von harter Gewalt gegen solche Menschen für gerechtfertigt. Auch ein demokratischer Staat muss sich verteidigen können und manchmal reichen Worte nicht mehr aus.

Damals wie heute denke ich, dass diese Bilder plastisch gemacht haben, wie Pogrome im dritten Reich abgelaufen sind. Schwarz-Weiß Bilder von der Reichskristallnacht sind heute zu fern für uns, sie erreichen uns nicht richtig. Die Bilder aus Rostock-Lichtenhagen waren in Farbe und haben gezeigt, wie ein Pogrom aussieht. Entfesselte, sabbernde, nach Gewalt gierende Massen, die sich in der Gruppe stark fühlen, die zu allem bereit sind. Und auch in Rostock-Lichtenhagen hätte es Tote gegeben, wenn der speiende Mob jemanden zwischen die Finger bekommen hätte. Das dies nicht passiert ist, dürfte ein reiner Glückumstand gewesen sein.

Dieses Bild war damals und ist auch heute noch für mich ein Sinnbild für die Vorgänge damals. Ein Nazi und Rassist, vollgepisst, vollgesoffen, aber immer im klaren Glauben besser zu sein als andere. Schaut Euch die Freude bei dem Typ daneben an: Ist doch alles so lustig hier….

Damals dachte ich daran, dass dieses Bild wohl um die Welt gehen würde und jedermann den hässlichen Deutschen der Vergangenheit wiederfinden würde. Wem könnte man es verdenken?

Ich habe kurz überlegt, ob ich dieses Bild, gefunden im Internet, so einfach hier in meinen kleinen Blog zeigen darf, weil man die Menschen darauf erkennen kann. Aber ich denke dass man diesen Pöbel zeigen muss, damit man sein Gesicht erkennt und er geächtet wird!
Ich habe viele schlaue Menschen Analysen über die Vorgänge machen sehen, habe viel über “die Umstände” gelesen und was noch für Entschuldigungen gegeben hat.
Manchmal muss man Ignorant sein: ES GIBT KEINE ENTSCHULDIGUNG!
Wer andere Menschen so verachtet, diskriminiert und versucht ihnen aus niedrigster Gesinnung heraus Gewalt anzutun, hat keinen Platz unter uns. Basta!

Aber was haben wir daraus gelernt?
Ich denke, wir wenig, die Nazis und Rassisten sehr viel! Wir haben viele Worte gemacht und sind zur Tagesordnung über gegangen.
Die Nazis haben erkannt, dass man so nicht weiter kommt und zuviel Abscheu erzeugt und haben sich den Schafspelz übergelegt,der es heute noch schwerer macht,sie zu finden. Sie tarnen sich heute als Bürgerfreund und Menschenfreund und zu viele fallen darauf herein!

Dies zu Verändern ist nur zum Teil Aufgabe der Politik.
Dies ist eine Aufgabe, die die Gesellschaft selber leisten muss:
Antirassismus beginnt im Alltag!
Dabei geht es weniger darum, sich mit glatzköpfigen, springerstiefeltragenden Schwachköpfen auseinanderzusetzen, sondern vielmehr der versteckten, latenten, vermeintlich durchdachten Form des Rassismus den Kampf anzusagen.
Wer kennt nicht die “Aber-Sätze” von Kollegen oder anderen “ganz normalen Leuten” wie Zum Beispiel: “Ich hab natürlich nix gegen Ausländer, aber….”, “Natürlich sollten wir in der Euro-Krise den Südländern helfen, aber die müssen dann auch mal richtig arbeiten gehen…”

Diese Beispiele ließen sich beliebig fortsetzen und ich bin sicher, jeder von Euch hat entsprechende Beispiele.
Worum es dabei geht ist, dass wir diese “Aber” nicht unwidersprochen hinnehmen. Oft erscheint es zu mühselig, zu unwichtig, zu widersprechen, aufzuklären und den eigenen Standpunkt klar zu machen. Man will ja nicht immer und immer wieder widersprechen.
Sollte es nicht reichen, wenn man für sich weiß, das die “Aber-Sätze” falsch sind?

Nein, wir müssen Widersprechen! Wenn wir das nicht tun, bleiben die Sätze als potenziell richtig im Raum stehen. Und das ist falsch!

Darum: Arsch huh, Zäng ussenander (Arsch hoch, Zähne auseinander) wie es eine Kölner initiative auf den Punkt brachte. Duldet keine Form von Rassismus in Eurer Umgebung! Vergesst nicht: Wir sind der Staat und wir sind die Gesellschaft!
Vorgänge wie die in Rostock-Lichtenhagen fallen zurecht immer wieder auf uns alle zurück!

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3 Gedanken zu „20 Jahre nach Rostock-Lichtenhagen (mein Rückblick)

  1. Von wegen Schafspelz, ich sage nur die Sarrazin Debatte vor einiger Zeit.
    Das läuft dann unter dem Deckmäntelchen „Darf man nicht mal sagen was man denkt“ oder „Mal einer die sich traut was auszusprechen, was jeder denkt“ etc. und so weiter.
    Darf man aber nicht kaut sagen, weil es dann wieder heisst „Musst du gleich wieder die Nazikeule auspacken?“.

    Der alltägliche Rassismus äußert sich nur anders wie vielleicht früher.

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