Wirklich alle Sprachlos?

280Ich will heute mal über etwas schreiben, das mich doch etwas verwundert und das ich so nicht erwartet hätte: Die Sprachlosigkeit meiner Blog-Besucher.

Natürlich ist es in erster Linie so, das ich meinen Blog für mich selbst ins Leben gerufen habe. Immer getreu dem alten Motto von Max Frisch: Schreiben heißt sich selber lesen. Aus dieser Warte heraus ist ein Blog eine tolle Sache, um Dinge festzuhalten, zu reflektieren und auch, um sich mal Dinge von der Seele zu spucken.

Aber all das hätte ich ja auch im stillen Kämmerlein machen können, nur für mich alleine. Aber ich fand es dann doch spannender diese Gedanken mit anderen Leuten zu teilen und eventuell auch in eine Art Dialog eintreten zu können.

Nun ist mein kleiner Blog nicht sehr berühmt oder sonst wie angesagt, aber ich kann anhand der Besucherzahlen und und den Auswertungen darüber, was die Leute sich in meinem Blog so angucken doch ein ganz gutes Bild darüber bekommen, wie viele Leute sich hier rumtreiben, wenn es neuen Content gibt.

Wenn ich nun die Besucherzahlen ins Verhältnis zu den hinterlassenen Kommentaren setze, so komme ich auf eine Zahl im Promillebereich. Das hätte ich so nicht erwartet, zumal ich hier doch manchmal frei von der Leber weg wettere.

Was bedeutet das nun?

Das die Themen, über die ich hier schreibe nur ganz wenige Leute interessieren? Das die Art, wie ich über die Themen schreibe so schlecht ist, dass jeder wieder froh ist, von hier weg zu kommen? Das die Meinung, die ich hier zum Ausdruck bringe, die Meinung aller Besucher ist? Das die Besucher keine Meinung haben? Das sie sich nicht trauen, mir ihre Meinung mitzuteilen? Das sie ihre eigene Meinung für so unwichtig halten, dass sie sie erst gar nicht aufschreiben wollen? Das die Besucher keine Zeit haben etwas aufzuschreiben?

Oder was kann das ansonsten bedeuten? Bitte sagt Ihr es mir mit Euren Kommentaren!

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8 Gedanken zu „Wirklich alle Sprachlos?

  1. Aber nein. Kein Kommentar bedeutet zunächst einmal Zustimmung. Wer anderer Meinung ist, meldet sich schon.
    Ich persönlich gestehe, daß ich oft einfach zu träge bin, um zu sagen: genauso sehe ich es auch. Oder es für überflüssig halte.
    Zudem habe ich die Wirkung eines Feedback völlig unterschätzt, bis ich selber angefangen habe zu bloggen.
    Deshalb mein Appell an alle Leser: ein kurzes „Sehe ich auch so“ genügt vollauf und motiviert den Schreiber.

  2. Darüber habe ich auch schon oft nachgedacht.
    Die meisten Rückmeldungen erreichen mich via Twitter, per Mail oder DM – meist mit dem Zusatz „Ich wollte Dir Deinen Blog nicht mit einem Kommentar zumüllen“.
    Ich habe mir das Kommentieren auch erst aneignen müssen – vielleicht auch das dazugehörige Selbstbewusstsein…

  3. Moin moin :-)

    Das man als derjenige der schreibt ein irgendwie geartetes Feedback erwartet setze ich einfach mal voraus. Geht mir ja nicht minder so.
    Eine Form ist der direkte Kommentar. Damit scheinen sich viele offensichtlich schwer zu tun. Und ich selber klammere mich da auch kein Stück aus. Ich habe mir früher viel häufiger die Frage gestellt ‚kommentierst du dies oder das jetzt oder lässt du es lieber sein?‘ Oft habe ich es sein gelassen. Warum? Weil es mich manchmal zu sehr an die Zeiten erinnert hat die ich in Foren verbracht habe wo nicht selten aus einem Kommentar, einer Antwort dann eine Kommentarschlacht wurde die sehr schnell überhaupt nichts mehr mit dem Inhalt des Threads zu tun hatte sondern auf niederstem Niveau nur noch dumm war.
    Es hat etwas Zeit gebraucht um zu erkennen das ein großer Unterschied zwischen Kommentar im Blog und Kommentar im Forum besteht. Im Blog wird beinahe nie, zumindest nicht in denen die ich regelmäßig lese, das Niveau so weit nach unten geschraubt das es mich schmerzt.
    Seit ich das für mich erkannt habe kommentiere ich auch häufiger.

    Und es macht zumeist Spass. Man sieht recht schnell wie sich ein Netz entwickelt und wo die eigenen Leser her kommen. Für mich hat dies einen gewissen Mehrwert der gerade etwas über die Qualität der kommentierten Inhalte aussagt.

    Ich kann viele Inhaltslose Kommentare als Blogger generieren oder ich kann ein paar wenige, die dann inhaltlich viel schwerer wiegen.
    Ich für meinen teil mag die zweiteren lieber. Die geben mir mehr als nur ein Einzeiler, nur ein Kommentar ob des Kommentierens Willen.

    Und da deine Inhalte diese Einzeiler eigentlich gar nicht zulassen sind es diesmal auch wieder ein paar Zeilen mehr geworden.

    Grüsse
    Markus

  4. hi,
    bei mir ist der grund ganz eindeutig, dass ich deinen und (zu) viele andere blogs im feed reader lese und zu selten dann die zwei extra clicks „auf mich nehme“ um noch einen kommentar zu schreiben. oder es auf später verschiebe und dann natürlich vergesse.
    ich ärgere mich selber darüber, zum einen weil ich in letzter zeit wenig kommentiere und zum anderen, weil ich das phänomen bei meinem blog ja auch sehe.
    bei twitter hat man einfach sehr viel schneller reagiert… ich lese jedenfalls sehr gerne was du so schreibst und werde mir einfach mal vornehmen, in zukunft mehr kommentare zu hinterlassen. ok?

  5. Der kleine Prinz sagte mal sinngemäß „für Dinge die Du Dir vertraut machst bist Du auch verantwortlich“. Twitter ist da unverbindlicher als ein Blog. Das ist für mich ein Grund nicht oder wenig zu komentieren.

  6. Ich hoffe bei mir auch immer, dass stabile Zugriffszahlen trotz sehr weniger Kommentare eher darauf hindeuten, dass die Leute einer Meinung mit mir sind oder gerne lesen, was ich schreibe. Insofern alles in Ordnung :-)

  7. bei mir liegt es wohl zum größten Teil daran, daß ich im Web 1.0 „groß geworden“ bin.
    Nichts ist ätzender in einem Forum, als diese sinnfreien „Ja, ich auch“ oder „Sehe ich genauso“ Posts, die einen Thread aufblähen ohne zusätzliche Informationen zur Fragestellung zu liefern.
    Wenn man mit dieser Version der Nettiquette „aufgewachsen“ ist, fällt es schwer, das Verhalten an das Web2.0 anzupassen.