Schon komisch…

herz2 Da sagt man doch immer, dass diese Web 2.0 Netzwerke im Grunde seelenlose Dinge sind und doch gibt es immer wieder Dinge, die einen oder zumindest mich berühren.
So manch einer von Euch mag die Liebesgeschichte von Frau Engel (Ich nehme jetzt mal diesen Nick, weil er mir immer am besten gefallen hat, bekannt ist sie aber unter vielen Nicks) per Twitter mit verfolgt haben.

Sie lernt ihn über Twitter kennen und lieben. Er wohnt in England und sie in Deutschland und weil das Leben nun mal leider keine Kitsch Komödie ist, geht’s dann manchmal nicht so einfach mit dem Glück.

Es kann auch schon mal an so was profanen wie Geld scheitern, dass man sich sieht. So war es dann auch in diesem Fall. Aber Frau Engel hat den Mut nicht verloren, sondern einfach das Sparen begonnen. Darüberhinaus hat sie Ihre Wohnung aufgegeben und begonnen sich nach Jobs in England umzugucken. Und das ganze mit, wie ich immer fand, unglaublichen Vertrauen und Mut, dass es irgendwie gehen wird.

Ich war und bin von der ganzen Geschichte so beeindruckt, dass ich ich ihr jeden Tag die Anzahl der noch verbleibenden Tage getwittert habe. Quasi eine Art persönlicher Countdown-Service.

Nun ist diese Liebesgeschichte kurz vor ihrem glücklichen Ausgang zu Ende gegangen und im Gegensatz zu Kinofilmen, war es kein glückliches Ende.  Es steht mir hier nicht zu die Gründe zu nennen, da es nicht meine Geschichte ist, aber ich muss sagen, es hat mich wirklich traurig gemacht. Warum? Wo ich sie eigentlich gar nicht kenne und ihre Geschichte nur über Twitter mitverfolgt habe?

Nun, ich finde Menschen toll, die nicht einfach sagen: Das geht nicht, das kann ich nicht. Sondern, die versuchen die Dinge in die Hand zu nehmen und und gangbar machen. Nennt es meinetwegen Optimismus, Lebensmut oder wie auch immer. Ich denke, dass die Welt mehr solche Leute braucht!

An all die, die jetzt schön im Sessel hocken und sagen: Hab ich doch gleich gesagt, dass das nicht geht, nur soviel: Es gibt Menschen auf der Welt, die haben Euch soviel voraus, dass Ihr es noch nicht einmal erahnen könnt, was Euch entgeht.

Frau Engel wünsche ich, dass sie mit gleichem Mut und Zuversicht nach einer Zeit der Trauer durchs Leben geht! Und solltest Du mal wieder einen Countdown brauchen: Ich bin da!

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8 Gedanken zu „Schon komisch…

  1. Übrigens, bräuchte bald mal einen Countdown bis zum Neustart in der alten Heimat! ;) Ich sag dir bescheid!

  2. Hallo Sprachloser,

    für einen Blogger, der angeblich „nichts“ zu sagen hat, sagst Du genau das Richtige… und triffst damit den Nagel auf den Kopf.

    Die Liebe ist ein seltsames Spiel,
    sie wandert von einem zum andern,
    sie nimmt uns alles aber gibt auch viel zu viel…

    http://www.youtube.com/watch?v=BxY73nRaIBE

    sang einst Connie Francis.

    Gibt die Liebe uns wirklich viel zu viel?
    Nein, sie gibt uns das, was wir zu geben und anzunehmen bereit sind.

    Kinofilme hin- oder her; wir alle wissen, dass das lediglich hübsche Plattitüden im Brett-Pitt-Angelina-Jolie-Gewand sind. Herz-Schmerz-Romanzen, die uns vorgaukeln, wie es im Leben zu sein hat und zugehen sollte. Und doch sehen wir sie immer wieder gern, weil sie uns Hoffnung geben und das widerspiegeln, was wir uns alle von Herzen wünschen:
    Einen Menschen zu finden und an unserer Seite zu wissen, der genau das empfindet, was wir für ihn empfinden. Zwei gleich schlagende Herzen, die ihre eigene Melodie finden.

    Trotz einiger Unkenrufe ist meine Tochter in dieses Projekt gestartet.
    Nun kann man ihr natürlich vorhalten, dass sie genauer hätte hinschauen sollen… ja, auch ich als gereifte Frau und Mama gehörte phasenweise, und das allein mit dem Hintergrund der mütterlichen Sorge, zu den „Unkenrufern“, doch letztendlich überwog stets mein Vertrauen in ihre Zuversicht und in ihr Urteilsvermögen. Auch hier spielt die Liebe, wenn auch eine anders geartete, eine wesentliche Rolle:
    Jede liebende Mutter wünscht sich, dass ihr Kind glücklich ist.

    Nun ist dieses Projekt gescheitert.
    Ich weiß, für das letztendliche Scheitern ist sie nicht verantwortlich. Sie hat alles gegeben. Unverdrossen hielt sie an diesem Gefühl fest, bündelte alle ihr zur Verfügung stehenden Kräfte, blickte zuversichtlich nach vorn, machte sich und ihrem Partner immer wieder aufs neue Mut. So manches Mal habe ich sie dafür bewundert. Ich weiß nicht, ob ich die Kraft dafür gefunden hätte. Und ich habe auch, ich gestehe es ein, hin und wieder an diesem/ihrem Weg gezweifelt, da ich die Unwägbarkeiten des Lebens leider nur zu gut kenne. Habe ab und an mütterliche „Warnungen“ ausgesprochen, die verständlicherweise nicht beachtet wurden.
    Ich kenne das – habe ich etwa damals auf meine Mutter gehört? I wo, nein, natürlich nicht! ^_^ Jeder Mensch muss seine eigenen Erfahrungen machen. Die heiße Herdplatte verbrennt uns erst dann, wenn wir selbst darauf fassen und nicht nur ständig davor gewarnt werden. Und das ist gut und richtig so.

    Jeder, der bereits einmal geliebt und diese Liebe, aus welchen Gründen auch immer, begraben musste, und somit gleichermaßen hautnah „an der emotionalen Bordsteinkante entlang geschrabbelt“ ist, kennt sich mit den damit einhergehenden Gefühlen aus. Auch meine Tochter kannte diese ups-and downs, schließlich ist sie keine 15 mehr. Doch sie war sich währenddessen immer bewusst, dass die wahre Liebe selbstlos und nicht an Bedingungen und Warnungen geknüpft ist. Sie hielt unverdrossen daran fest – und nach wie vor glaubt sie an die Liebe. Und ich bin froh darüber. Sehr froh.

    Lernen wird sie daraus sowieso. Nichts ist unbedeutend, keine Begegnung verhallt im Nirwana. Jede dieser Erfahrungen nährt, weckt und bringt sie im Leben weiter.
    Ich weiß es – sie wird ihren richtigen Weg finden und gehen.

    DICH

    Dich dich sein lassen,
    ganz dich.

    Sehen,
    dass Du nur du bist,
    wenn Du alles bist
    was du bist.
    Das Zarte
    und das Wilde.
    Das Behutsame
    und das Kraftvolle.
    Das, was sich losreißen,
    und das, was sich anschmiegen will.

    Wer nur die Hälfte liebt,
    der liebt dich nicht halb,
    sondern gar nicht.
    Der will dich zurechtschneiden,
    amputieren,
    verstümmeln.

    Dich dich sein lassen.
    Ob das schwer, oder leicht ist?

    Es kommt nicht darauf an, mit wieviel
    Vorbedacht und Verstand,
    sondern mit wieviel Liebe und mit wieviel
    offener Sehnsucht nach allem –
    nach allem, was du bist
    in mir ist.

    Nach der Wärme
    und nach der Kälte.
    Nach der Güte
    und nach dem Starsinn.
    Nach deinem Willen
    und Unwillen.
    Nach jeder deiner Gebärden,
    nach deiner Ungebärdigkeit,
    Unstetigkeit,
    Stetigkeit.

    Dann
    ist dieses
    Dich dich sein lassen
    -vielleicht-
    gar nicht so schwer.

    Erich Fried

  3. Lieber Herr »Sprachloser«,
    vielen Dank für diesen wunderbaren Artikel.
    Frau Engel und MotherInLaw_50 sind (ja bei weitem nicht nur!) mir bei twitter ans Herz gewachsen.
    Von dem Ende von Frau Engels bewegender Liebesgeschichte habe ich bisher nicht gewusst.
    Ich denke genauso, nämlich dass es sich lohnt, sich für seine Träume einzusetzen, auch wenn es keine Garantie für einen glücklichen Ausgang gibt. Am meisten schmerzen doch wohl die Chancen, die man nicht genutzt hat im Leben.
    Und Frau Engel hat Mut bewiesen. Ich wünsche ihr von Herzen, dass sie nicht verzagt und sich diesen Mut behält.
    Mein Herz jedenfalls hat sie schon seit langem gewonnen.

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