Kalte Elektronik versus romantische Eselsohren?

eBook oder nicht eBook?

Nachdem Steffi hier vor einiger Zeit eine flammende Rede für das schöne alte Papierbuch geschrieben hat, dachte ich mir, ich schreibe zwar nicht dagegen, aber zumindest schreibe ich mal aus dem Lesealltag eines eBook Benutzers.

Es ist schon was wahres dran: ein eBook wird wohl eher nicht den schmuddeligen romantischen Charakter eines verlesenen Buches annehmen. Auch wird es (hoffentlich) keine Eselsohren bekommen, aber es erfüllt seinen Zweck: man kann damit Bücher lesen.
Das Besondere an einem echten eBook Reader (und somit nicht dem iPad!) ist die Technik des Bildschirmes. Hier kommt die sogenannte E-Ink-Technologie zum Einsatz. Sie bewirkt, dass der Bildschirm für Augen genauso leicht oder schwer zu lesen ist, wie ein echtes Buch.

Ich lesen nun schon seit einiger Zeit eBooks. Angefangen habe ich mit einem der ersten Sony Lesegeräte und vor kurzem bin ich Umgestiegen auf den neuen Amazon Kindle. Ich lese ausschließlich Romane und Sachbücher auf dem Ebook Reader. Da der Bildschirm Schwarz-Weiß ist, ist alles andere auch wenig sinnvoll ;-)

Das reine Lesen ist eigentlich genau wie bei einem Buch. Es ist genauso anstrengend oder eben auch nicht anstrengend. Da der Bildschirm nicht leuchtet, kann man auch nur lesen, wenn es hell genug dafür ist. Also genau wie bei einem Buch. Auch vom “Handgefühl” ist es wie ein Buch, da es zwischen zwei dicken Ledereinbänden steckt, die man zum Lesen natürlich aufklappt. Was eben entfällt,ist das Umblättern. Hier genügt ein kleiner Druck und die neue Seite erscheint.

Was gefällt mir nun so daran? Nun, ich brauche die ganzen Bücher, die ich so lese, nicht mehr mit mir rumzuschleppen. Ich bin Pendler und lese vorwiegend in der Bahn. Außerdem lese ich lieber dicke Schinken als dünne, da macht sich das dann schon bemerkbar :-)
Darüberhinaus kann ich nun immer mehrere Bücher dabei haben, was meinem Leseverhalten entspricht: Üblicherweise lese ich einen Roman und parallel ein oder zwei Sachbücher. Das eBook erlaubt mir nun, all diese Bücher immer dabei zu haben,um dann kurzfristig zu entscheiden, was ich nun gerade jetzt weiterlesen möchte.
Ganz zu schweigen vom Urlaub: Urlaub ist für mich unter anderem klassische Lesezeit. Das Schleppen all der Bücher entfällt komplett und auch am Strand ist mein eBook Reader bis jetzt noch nicht versandet….
Hinzu kommt natürlich die Lagerung der Bücher: Wir sind zu Zweit und beide lesen jetzt nicht sooo wenig, da ist es sehr schnell keine Frage der Regale mehr, sondern schlicht eine Frage der Räumlichkeiten, wo man die Regale unterbringen kann…

Was mir ansonsten gefällt? Nun, wenn man zum Beispiel dicke Bücher hat, ist man ständig damit beschäftigt, sie in der Mitte auseinander zu biegen, damit man alles lesen kann und außerdem verändert man immer seine Position leicht, je nach dem, ob man jetzt die linke oder die rechte Seite liest. Ich mag es, eine bequeme Position einzunehmen und mich sodann gar nicht mehr beim Lesen zu bewegen :-)

Etwas neues ist noch über Twitter und Co dazu gekommen: Es gibt einige Leute da, die selber schreiben und ihre Sachen in PDF oder Epub-Format für den Reader bereitstellen. So kann man dann manchmal auch Dinge lesen, die es sonst nirgendwo so gibt.

Insgesamt muss ich sagen, bei einem guten Buch bemerke ich nicht, ob ich eBook oder klassisches Buch in Händen halte: In beiden Fällen falle ich einfach rein….

Ob ich jetzt keine Bücher mehr kaufe?
Doch!
Aber es sind dann in der Regel besondere Bücher: Also große Fotobände zum Beispiel oder besonders schön aufbereitet Gedichtbände oder auch allgemein besondere Sonderausgaben. Dafür ist der eBook Reader kein Ersatz.

Mein Fazit bleibt: eBooks sind toll und ihnen gehört zusammen mit dem klassischen Buch sicher die Zukunft.

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