Ein Wiedersehen….

fender.tiff Vor mittlerweile vielen Jahren, als ich noch dachte, ich könnte ein neuer Clapton oder Hendrix werden, habe ich mir einen Traum erfüllt: Ich wollte unbedingt eine echte Fender Stratocaster aus den USA haben. Für mich, auch heute noch, der Inbegriff der Gitarre.

Das erste Problem dabei: Das Ding war eigentlich unerschwinglich teuer. Also musste ich sie über einen langen Zeitraum abstottern.

Das vielleicht größere Problem dabei: Ich war und bin völlig Talentfrei, wenn es ums Musizieren geht. Vielleicht nicht die beste Voraussetzung, um ein neuer Gitarrengott zu werden. Aber damals war mir das eigentlich ziemlich egal. Ich hab das Nichtkönnen einfach als eigenen Stil deklariert. Es war schon krass. Einmal, ich hatte gerade einen Wah-Wah zum Geburtstag bekommen und hatte gerade mal wieder alles gegeben, wurde meine damalige noch Freundin (heute Frau *g* ) von einem Nachbarn gefragt, ob eine unserer Katzen in einem Kippfenster eingeklemmt zu Tode gekommen wäre, er hätte sie so jämmerlich schreien gehört….

Vielleicht war dies so langsam der Wendepunkt in meiner noch jungen Musikkarriere. Ich musste der traurigen Wahrheit ins Gesicht blicken, dass ich es wohl nie zu musikalischen Höhepunkten bringen würde.

So kam, was kommen musste: Die Fender landete immer öfter im Koffer und irgendwann habe ich sie gar nicht mehr rausgeholt, ausser vielleicht einmal im Jahr, um sie zu putzen und neue Saiten aufzuziehen.

Dann, vor vielleicht 2 Jahren brachte meine Nichte ihren neuen Freund mit nach Hause: Einen langhaarigen jungen Typ, der Musiker werden will. Wie es sich für junge ernstzunehmende Musiker gehört, hatte er mehr oder weniger eine totale Schrottgitarre.

Nachdem ich ihn ein bisschen kennen gelernt hatte, habe ich ihm in einer spontanen Eingebung meine Fender geschenkt. Ich hatte son’ Gefühl, sie könnte ihm ähnlich viel bedeuten, wie sie mir einmal bedeutet hat. Naja, er hat sich schon ein bisschen gefreut….

Letztes Wochenende war nun große Gartenparty bei meiner Schwester und als ein besonderes Geschenk hat eben jener junger Typ, der immer noch mit meiner Nichte zusammen ist, eine kleine Band zusammengestellt und ein paar alte Rockstücke eingeprobt. Normalerweise spielt er in einer anderen Band und arbeitet ziemlich ernsthaft an seiner Karriere, aber für diesen Abend war es eben eine Nummer einfacher.

Da hab’ ich meine alte Fender das erste mal wieder gesehen. Ganz stolz hat mir der jetzige Besitzer erzählt, welche Umbauten er hat vornehmen lassen und wie gerne er immer noch auf ihr spielt. Er nennt sie “Die Nummer 1″.

Als sie dann zu spielen begannen, muss ich gestehen, war ich schon für einen kurzen Moment eifersüchtig: Meine Fender hing ihm wie angewachsen um den Hals und er hat sie so selbstverständlich bespielt, wie ich das so nie hinbekommen habe. Aber es war nur ein kurzer Moment. Ziemlich schnell habe ich festgestellt, dass ich sehr froh war, sie damals verschenkt zu haben, denn sie ist genau für diesen Zweck gebaut worden: Musik zu machen.

Also habe ich mir gedacht, das es nunmehr nicht mehr meine, sondern seine Fender ist, wenn Ihr wisst, was ich meine.

Was ich an diesem Abend ebenfalls wieder mal festgestellt habe, ist, warum ich Rockmusik so gerne mag: Da sind 4 junge Burschen, kaum 3 Barthaare, spielen alte Stücke von Bon Jovi, Steppenwolf, Westernhagen und mehr, sind extrem Textunsicher und trotzdem grooft es tierisch!

Keep on rockin!

Das nervt

Bei der aktuellen Diskussion um das neue Gesetz zur Sperrung von Internetseiten die Kinderpornografischen Inhalt haben, stelle ich mal wieder fest, dass anscheinend jeder genau weiß, was falsch und was richtig ist.
Das gilt für die Befürworter dieses Gesetzes, als auch dessen Gegner.

Nur irgendwie geht es mir so, dass ich mir eben nicht so sicher bin.  Wie bei so vielen anderen Themen auch, versuche ich mir ein möglichst umfassendes Bild zu machen und stelle dabei mal wieder in den meisten Beiträgen, die ich irgendwo lese, fest, dass es hier mehr oder weniger nur darum geht, den Andersmeinenden zu diffamieren:
Die Befürworter unterstellen den Gegner unterschwellig, sie wollen nichts gegen den Schmutz im Internet tun und würden die Freiheit des Internet höher schätzen, als den Schutz der Kinder.
Die Gegner unterstellen den Befürworten gerne, sie wollten ein universelles Überwachungssystem einführen, welches implizit den Anfang vom Ende unserer Freiheit bedeutet.

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