Definiere: Urlaub

urlaub

Da ich doch recht oft auf meine vermeidlich komische Vorstellung von Urlaub angesprochen werde oder auch Stirnrunzeln oder skeptisch hochgezogene Augenbrauen dafür ernte, erläutere ich es hier noch einmal in der Hoffnung, dass es dann Ruhe damit hat.

 

Meine Definition von Urlaub ist: Urlaub ist, wenn keiner was von mir will.

Was soll das nun heißen?
Nun, mein beruflicher Alltag ist im Normalfall durch meinen Terminkalender geprägt. Will sagen: ich springe nicht selten von Termin zu Termin und wenn dann zwischendurch Zeit bliebe, etwas anderes zu tun, stehen oft andere unangekündigte Dinge an.
Nicht dass ich hier falsch verstanden werde: Ich finde das nicht schlimm, sondern finde meinen Job ganz gut. Ich leite IT-Projekte und leite meine eigene Abteilung, die diese Projekte durchführt. Wer IT-Projekte kennt, weiß, dass es in der Regel nicht ohne Hektik abgeht. Das gehört in dem Job einfach dazu und ich finde das auch ganz gut so. Aber unterm Strich bedeutet das eben oft einen hektischen, stressigen Arbeitsalltag mit viel Verantwortung.

Den Urlaub versuche ich aber als das Gegenteil davon zu gestalten!

Wichtigster Punkt dabei: Ich will im Urlaub sowenig feste Termine haben, wie möglich. Ich habe keine Lust auf meinen Kalender zu schauen oder auch nur eine Uhr im Urlaub zu tragen.
Ich will im Urlaub einfach nur nix tun.
Oder nur die Dinge, auf die ich Lust habe.
Einfach mal das tun, wonach einem ist. Wenn das heißt drei Tage in einem Buch abzutauchen, den ganzen Tag Musik hören, tagelang zu surfen oder alle drei Teile von Herr der Ringe Uncut hintereinander zu gucken, dann ist das auch ok für mich.

Grundsätzlich habe ich kein Fernweh und bin auch nicht daran interessiert im Urlaub durch irgendwelche Sehenswürdigkeiten zu rennen. Was soll ich sagen: es interessiert mich im Urlaub einfach nicht.
Ich kenne einige Leute, die immer auf Achse sind, sich immerzu irgendwo was angucken und sicherlich auch so ihren Horizont erweitern, aber das ist schlicht nichts für mich. Irgendwo finde ich das schon gut, aber für mich bedeutet so was wieder Planung, Vorbereitung, Durchführung etc. und das schreckt mich augenblicklich ab. Ich habe einfach keine Lust, im Urlaub in so etwas Energie zu stecken.
Nennt mich ruhig einen Ignoranten Zwinkerndes Smiley

Schlussfolgerung ist: am liebsten bleibe ich im Urlaub Zuhause. Das funktioniert natürlich aber nicht, denn schließlich lebe ich ja nicht als Einsiedler…

Wenn wegfahren, dann eigentlich immer irgendwie ans Meer, wenn's irgend geht ein eigenes Häuschen und weg von anderen Leuten, die einem auf die Pelle rücken könnten. Urlaub in einem Hotel kommt für mich nur in Ausnahmesituationen in Frage. Also in New York oder Paris nimmt man sich sicher kein eigenes Häuschen…
Aber die Vorstellung, beim Urlaub im Süden schon Morgens fremde Menschen um mich zu haben, mit denen ich zusammen Frühstücke, ist echt abstoßend für mich und in einer solchen Umgebung würde ich nie in einen Urlaubstrott kommen.
Abstoßend ist vielleicht etwas zu krass formuliert. Nennen wir es maximale Unlust.

Wenn wir verreisen, mache ich eigentlich das gleiche wie Zuhause: nix.
Ich liege am Strand oder Pool (ok ok das fehlt mir noch Zuhause..) , lese, höre Musik oder mache irgendetwas anderes Belangloses.
Natürlich ist Wetter und Wasser immer ein Pluspunkt für das Verreisen…

Aber, so höre ich doch schon die Frage, wozu machst Du dann überhaupt Urlaub?

Nun, ich erhole mich auf diese Art und Weise. Ich nenne das immer gerne sich durchsacken lassen.
Mann kann es auch Akku aufladen nennen oder wie auch immer. Das ist es doch letztlich, worum es beim Urlaub geht: Er soll die Erholung vom Job bringen, Zeit dafür schaffen, Dinge zu tun, die man tun möchte  und natürlich auch dazu dienen, dass man nach dem Urlaub wieder frisch und leistungsfähig an die Arbeit geht.
Letzteres klingt für manchen vielleicht ein wenig spießig, aber wenn man seinen Job gerne macht, so wie ich, weiß man auch, dass man nur einen guten Job machen kann, wenn man leistungsfähig ist. Und wenn man dann einen guten Job macht, erfreut es einen doch auch. Also mich zumindest.

 

Letztlich muss jeder für sich selbst wissen, wie er seine Freizeit verbringt.

Nur hört bitte auf mich mitleidig anzusehen, wenn ich sage, dass ich kein Fernweh habe, nicht jede Sehenswürdigkeit anschauen will und auch im Urlaub Wlan und Satellitenfernsehen haben will.

Seht es positiv: Mit mir ist es einer weniger, der die Sehenswürdigkeiten zu Menschenaufläufen macht Smiley

Und? was macht Ihr so im Urlaub? Lasst es mich wissen.

Nachtrag zu Fuerteventura

IMG_1046 Nun ist der Urlaub auf Fuerteventura schon wieder einige Zeit her, aber ein zwei Sachen, wollte ich doch noch nachtragen.

Auch im Nachhinein hat mir Fuerteventura oder besser gesagt Costa Calma und die Umgebung ziemlich gut gefallen. Zwar stehe ich eigentlich mehr auf grüne Natur, aber die spröde Kargheit auf Fuerte hat auch was. Manchmal muss man eben zweimal hingucken, um das Besondere zu erkennen.

Was mir allerdings ganz eindeutig nicht so gefallen hat, waren die Hotelburgen und Apartmentanlagen mit den All-Inclusive-Touristen.

Ich will hier gar keine Meinung darüber äußern, ob All-Inclusive nun eine gute oder schlechte Variante ist, seinen Urlaub zu verbringen, das muss dann schon jeder mit sich selbst ausmachen, ob er seinen Urlaub mit einem bunten Bändchen am Arm verbringen möchte oder nicht.

Aber es gibt schon Dinge, die an diesen All-Inclusive Burgen zu Grunde gehen. Wer so Urlaub macht wie wir, sich also ein Häuschen oder Apartment irgendwo mietet, der möchte in der Regel am Leben der Einheimischen zumindest am Rande teilnehmen. Sei es auf einen Markt gehen oder lecker lokal Essen gehen. Das war in Costa Calma eigentlich nicht mehr möglich. Die gesamte einheimische Touristenindustrie und Gastronomie geht einfach nur vor die Hunde. Warum sollte ein Tourist auch noch zum Spanier Essen gehen, wenn er bei sich alles im Preis inklusive hat? So kann es passieren, dass ein Spanier auf einer kleinen Insel mitten im Atlantik explizit auf seiner Speisekarte darauf hinweist, dass er nur gefrorenen Fisch hat und auch sonst eigentlich nichts frisches. Wie soll er auch disponieren, wenn die Touristen ihre Anlagen nur für einen Spaziergang verlassen? Und gehen sie dann mal raus, finden sie natürlich auch ein deutsches Restaurant, wo man lecker essen kann. Denn die hatten in der Regel guten Zulauf. Nicht falsch verstehen: Auch wir sind nachher in einem deutschen Restaurant gelandet, wo man echt toll frischen Fisch essen konnte, aber will ich das: 4000 km weg von Zuhause bei einem Deutschen Essen gehen?!

Was sonst noch übrig geblieben ist vom Urlaub,ist, dass ich mich doch wieder etwas mehr der Fotografie widmen möchte. Ich hatte eine Menge schöner Motive vor der Linse, aber oft war es nicht Möglich sie mit meinen kleinem Knipsomat einzufangen. Ich habe im Urlaub festgestellt, dass ich gerne wieder eine Spiegelreflexkamera mit verschiedenen Objektiven hätte. Nicht das ich glaube irgend ein spezifisches Talent für die Fotografie zu haben, aber wenn man dann mal ein schönes Motiv sieht, dann würde ich halt auch gerne die Möglichkeit haben, es halbwegs einzufangen.

Das soll mein Nachtrag gewesen sein.

Fuerteventura

Ein paar Eindrücke von Fuerteventura.

Dieses Jahr hat es uns im Urlaub nach Fuerteventura auf den Kanarischen Inseln verschlagen. Wir waren schon einmal auf Gran Canaria und da uns das Klima da gut gefallen hat, beschlossen wir diesmal eine andere Insel anzulaufen.

Das Wetter hat uns auch hier nicht entäuscht: Es ist eigentlich immer sonnig, aber nicht zu heiß, da immer ein Wind weht. Mal stärker, mal schwächer, immer aber angenehm.

Fuerteventura ist im eigentlichen Sinne eher nicht schön zu nennen. Es ist mehr ein Haufen Vulkansteine, die im Atlantik rum liegen. Grüne Regionen gibt es er eigentlich nicht. (zumindest habe ich keine gesehen)  Aber diese Steinwüste hat ihren eigenen rauen Charme, dem man auch durchaus erliegen kann.Im Gegensatz zu vielen anderen Urlaubsgebieten tritt die Schönheit vieleicht nicht so offen zu Tage. Man muss manchmal eben ein wenig genauer hinsehen.

Wer gerne Badeurlaub macht, dem wird es hier in jedem Fall gefallen. Der Atlantik ist direkt vor der Tür und Sandstrände gibt es reichlich.

Da dies hier ja nur ein paar Eindrücke sein sollten, ist’s dann auch hier genug. Das Fazit ist: Es gefällt uns hier!